Donnerstag, 22. Februar 2018

Tischplatte renovieren - So geht es mit Abschleifen

Wir kennen es alle, unser einst so geliebter Tisch bekommt mit den Jahren Einiges ab. Und unser Lieblings-Möbelstück ist übersäet mit Dellen, Kratzer und Flecken. Aber das Schöne an Holztischen ist - insofern sie Massivholzmöbel sind - dass sie sich leicht restaurieren und aufarbeiten lassen. Und wie das funktioniert, zeigen wir dir in dieser Anleitung.

Welches Werkzeug wird zum Restaurieren von Möbeln benötigt

Um einen Tisch oder andere Holzmöbel zu restaurieren sind in der Regel nicht viele Werkzeuge nötig.

Werkzeug
Dieses Werkzeug wird für die Restauration benötigt
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Nicht jedes Möbelstück lässt sich restaurieren

Um ein Möbelstück überhaupt restaurieren zu können, muss die Oberfläche aus Massivholz bestehen. In der Regel gibt es bei Holzmöbel zwei verschiedene Arten. Da sind zum Einen Massivholzmöbel, die komplett aus Vollholz bestehen.

Die zweite große Art sind Furniermöbel. Hier bestehen die Möbel aus Pressspannplatten, die mit einem Dekor überzogen sind. Bei teuren Möbeln besteht dieses Dekor aus einem Echtholzfurnier. Viel häufiger ist es aber, dass das Furnier aus Kunststoff oder einem anderem Trägermaterial besteht.

Renovieren lassen sich nur Massivholzmöbel oder Möbelstücke mit Echtholzfurnier, wobei für zweit genanntes etwas Erfahrung in der Holzbearbeitung vorhanden sein sollte. 


Wie du erkennst, ob du deinen Tisch restaurieren kannst


Furnierplatte
Ein geschultes Auge sieht sofort, ob ein Holzmöbel aus Echtholz besteht. Aber für einen Laien kann es unter Umständen etwas schwieriger sein.

Deshalb schaue dir deinen Tisch mal genauer an. Speziell die Unterseite der Tischplatte. Dort wird in der Regel von den Herstellern kein Furnier aufgeklebt. Solltest du an der Unterseite erkennen, dass die Tischplatte aus einer Pressspannplatte besteht, dann lässt sich dein Tisch leider nicht ohne Weiteres restaurieren.

Das nächste Indiz sind die Kanten. Bei Furniermöbeln siehst du meistens sehr genau, den Übergang zwischen Kante und Fläche (siehe Pfeil im Bild links). Bei Vollholzmöbel ist sowas nicht ersichtbar.


Arbeitsplatte Massivholz
Links im Bild siehst du eine Massivholzplatte. Und wie du erkennen kannst, geht dort die Kante direkt über in die Oberfläche.

Bei Leimholzplatten kann zwar auch eine Kante sichtbar sein, jedoch sind dort die einzelnen Segmente deutlich voneinander getrennt.

Um ganz sicher zu gehen, kannst du an einer unsichtbaren Ecke oder Kante probieren, ob sich ein Furnier lösen lässt. Falls das möglich ist, lässt sich das Möbelstück wiederum nur schwer aufarbeiten.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, sollten Teile deines Tisches aus furniertem Holz bestehen, dann würden wir dir von einer Restaurierung durch Abschleifen abraten. Denn schleifst du zu viel ab, dann kommt die unschöne Pressspannplatte zum Vorschein und dein Möbelstück schaut schlimmer aus als zuvor.


Eine Tischplatte lässt sich durch Abschleifen aufarbeiten

Leimholzplatte
Stark abgenutzte Tischplatte
Rechts im Bild siehst du, wie ein Tisch der extrem genutzt wird aussehen kann. Dieser Klapptisch wird von uns als Arbeitsplatz genutzt.

Deshalb hat diese Leimholzplatte neben Macken und Kratzern viele Flecken in der Oberfläche. Und sogar Klebereste sind vorhanden.

Bevor du mit dem Schleifen beginnst, ist es ratsam grobe Verschmutzungen möglichst gut von der Platte zu entfernen.

Tisch aufarbeiten
Die Tischplatte wird komplett abgeschliffen
Die eigentliche Restauration beginnt mit dem Abschleifen der Holzplatte.
Fange mit einer groben Körnung von K40 oder K60 an und schleife die Platte so lange, bis alle Flecken, Kratzer und Lackreste entfernt sind.
Besteht die komplette Tischplatte nur noch aus rohem Holz, kannst du mit den feineren Körnungen nachschleifen.
Eine stufenweise Erhöhung von K60 über K120 bis zu K240 hat sich dabei als praktikabel herausgestellt.


Die Tischplatte wird vor der Behandlung penibel gereinigt.
Im nächsten Schritt reinigst du die Möbelplatte mit Spiritus.

Das hat zwei Gründe:
  • Erstens entfernst du den letzten Schmutz. Dadurch wird der Lack oder das Öl besser vom Holz aufgenommen.
  • Zweitens wird die durch das Schleifen plattgedrückte Holzfaser nochmals aufgestellt.
Bevor du dann Lack oder Öl aufträgst, kannst du die Platte mit einem feinen Schleifpapier nochmals abschleifen.

Die Tischplatte wird satt mit Lack eingepinselt
Zum Behandeln der Oberfläche des Tisches, kannst du ein Arbeitsplattenöl, eine Wachsmischung oder einen Lack verwenden.
Während du beim Einlassen mit Öl oder Wachs nicht viel falsch machen kannst, erfordert das Lackieren einer Fläche etwas mehr Erfahrung.
Generell empfehlen wir dir aber, dass du das gleiche Mittel aufträgst, das der Tisch schon vor der Restauration hatte. 
Sollte die Oberfläche nach dem Trocknen noch rau sein, kannst du mit einem Schleifschwamm die Platte glätten. Und zum Schluss kannst du nochmals das Öl, Wachs oder den Lack ins Holz einpolieren. Nachdem Trocknen schaut dein Tisch dann bestimmt wieder aus, wie neu.

Einen Tisch zu renovieren ist nicht allzu schwierig

Tischplatte ölen
Die Tischplatte erstrahlt im neuen Glanz
Wie du gesehen hast, ist es nicht schwer einen Tisch zu restaurieren - insofern er aus Massivholz ist.

Solltest du noch Fragen haben, dann hinterlasse bitte einen Kommentar unter dem Beitrag oder schreibe uns eine Nachricht.

Gerne kannst du uns auch folgen auf unseren FB-Seiten Treibholz Bodensee oder Woodstoneart.

Dienstag, 20. Februar 2018

Holzschalen ohne Drechseln herstellen - Mit Frässcheiben von Arbortech klappt das

Schalen gehören wohl zu den beliebtesten Deko-Objekten aus Holz. Lange Zeit wurden diese entweder gedrechselt oder mühevoll geschnitzt.
Seit einiger Zeit wirbelt aber der australische Hersteller Arbortech die Holzkunst-Szene mächtig auf. Mit deren Holzwerkzeugen lassen sich nun auch Schalen mit einem Winkelschleifer schnell und in hoher Qualität fertigen. Wie das genau funktioniert, wollen wir dir in diesem Artikel erläutern.

Vorstellung der Frässcheiben von Arbortech


Schwemmholz Schale bauen
Treibholzschale mit Arbortech gefertigt
Die Frässcheiben von Arbortech werden mit einem handelsüblichen Winkelschleifer betrieben. Prinzipiell funktioniert jeder Winkelschleifer - jedoch für die großen Scheiben, wie die Turboplane empfehlen wir einen mit mindestens 1300 Watt, wie den Bosch GWS13 CIE, denn wir auch ausführlicher getestet haben.

Da du die Schnitzscheiben auf eine Handmaschine montieren kannst, ist die Führung des Werkzeugs natürlich sehr gut und relativ einfach.

Klemmbock
Klemmbock oder Spannbock
Lediglich für die großen Turboplane von Arbortech solltest du zusätzlich in einen Spannbock investieren, um dein Werkstück sicher zu spannen. Denn die Turboplane kann sehr aggressiv sein. Die kleineren Frässcheiben, wie das MiniTurbo-Kit oder der Contour-Sander lassen sich auch ohne große Spannvorrichtungen problemlos nutzen.

Du kannst das Werkzeug für jegliche Schalenform - Dank der verschiedenen Größen der Aufsätze - nutzen. Und während beim Drechseln nur rundliche Formen möglich sind, lassen sich mit den Schnitzscheiben auch asymmetrische Holzschalen herstellen.

Deshalb benutzen wir die Frässcheiben hauptsächlich um Treibholzschalen herzustellen, da wir dort die Schalenform perfekt dem Wuchs des Holzes anpassen können. Und wie wir dabei vorgehen, zeigen wir euch Schritt für Schritt im nachfolgendem Artikel.



So fräst du deine Holzschale mit dem Winkelschleifer


Um eine Holzschale mit dem Winkelschleifer sicher zu fräsen und schleifen, benötigst du neben dem Werkzeug von Arbortech noch weitere Hilfsmittel und Schutzausrüstungen.

Benötigtes Werkzeug, Schutzausrüstung und Material


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Schritt für Schritt zur Holzschale


1. Die Grundform mit der Turboplane schnitzen


Arbortech Turboplane
Mit der Turboplane wird die Grundform der Holzschale geschnitzt
Die Arbortech Turboplane ist für das grobe Schnitzen sehr gut geeignet. Sie nimmt viel Material ab und lässt sich trotzdem noch relativ gut händeln, insofern das Werkstück gut eingespannt ist.

Ohne Einspannen lässt sich das Holz mit der Turboplane nur schwierig bearbeiten, da sie das Werkstück immer wegzieht.

Bei Arbeiten mit der Turboplane ist zudem ein Gesichtsvisier unverzichtbar, da die Späne und Splitter mit hoher Kraft aus dem Material gefräst werden. Zur Liebe deiner Gesundheit solltest du da nicht nachlässig sein. Dennoch erhaltest du eine saubere und glatte Oberfläche, ähnlich denen die du beim Schnitzen mit Stechbeitel erhalten würdest.

Wir fräsen mit der Turboplane die Standfläche der Schale und höhlen die Oberseite soweit wie möglich aus. Die große Schnitzscheibe von Arbortech eignet sich also hauptsächlich für die grobe Bearbeitung des Holzrohlings.

2. Mit der Mini-Turbo-Kit die Oberfläche verfeinern


Mit der Turboplane lässt sich zwar schon sehr exakt arbeiten, aber an den Enden und in engen Stellen der Schale hilft uns die kleine Mini-Turbo doch immens.

Die Mini-Turbo ist sozusagen der kleine Bruder der Turboplane. Du benötigst sie nicht unbedingt um eine Schale zu fertigen, aber wenn du sie mal hast, dann wirst du sie nicht mehr hergeben.

Mit der kleinen Schnitzscheibe lässt es sich noch exakter und genauer Arbeiten als mit dem großen Bruder. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Frässcheibe auch nicht so aggressiv ist. So kannst du auch an nicht eingespannten Werkstücken gut arbeiten.

Bei dem Mini-Turbo Kit befinden sich noch Schleifscheiben im Lieferumfang, die sich auf die Führungsspindel montieren lassen. Von diesen sind wir garnicht begeistert. Die Schleifscheiben verbrennen das Holz, brechen leicht ab und verkanten sich im Werkstück. Aber Arbortech hat ja noch einen weiteren Winkelschleiferaufsatz, den wir wiederum empfehlen können.

3. Die Schalen-Innenseite mit dem Contour-Sander schleifen


Contour Sander
Feinschleifen mit dem Arbortech Contoursander
Bei dem Contour-Sander könnte man im ersten Augenblick auch denken, für einen Schleifaufsatz mehr als 100 € ausgeben, lohnt sich das?

Wir sagen ja. Ich finde gerade Schalen lassen sich sehr schnell damit schleifen. Und vor allem ohne das Holz zu verbrennen. Das liegt an dem kugelgelagerten Schleifkopf. Dieser ist aus Gummi und passt sich sehr gut den verschiedenen Konturen an.

Ausstatten lässt sich der Schleifkopf  mit Schleifpads von Arbortech zum Kleben. Dieser Kleber haltet auch extrem gut. Vorteil dabei ist, dass der ganze Schleifkopf als Schleiffläche dient.

Wir verwenden aber meistens die zweite mögliche Befestigung, mittels einer Schraube. Das Schleifen geht damit zwar etwas langsamer - aber wir können unsere alten Schleifbänder vom Bandschleifer für den Schleifkopf passend zuschneiden und nochmals verwenden. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch Rohstoffe und die Umwelt.
Am Schleifergebnis selber ist absolut nichts auszusetzen. Deshalb verwenden wir den kleinen Schleifer nicht nur für Schalen, sondern auch für andere Werkstücke, die keine Ebene Flächen haben.

4. Die Außenseite mit dem Winkelschleifer schleifen


Die Außenkontur der Schale schleifen
Wenn die Innenseite schön geschliffen ist, fehlt noch die Außenseite. Dafür verwenden wir einen Stützteller für den Winkelschleifer. Aber dies funktioniert nur, wenn du eine Flex mit regelbarer Drehzahl hast, da du sonst unschöne Brandmale im Holz bekommst.

Alternativ kannst du einen Dreieckschleifer oder wiederum den Contour-Sander für die Außenseite nehmen. Nur dauert es halt dann etwas länger. Aber das Ergebnis wird genauso gut.

Auf eines wollen wir aber noch hinweisen:


Wie bei allen Schleifarbeiten ist es wichtig, dass du eine Atemschutzmaske mit P3-Filter anziehst. 

Wenn du nur alle paar Monate schleifen wirst, ist es nicht unbedingt nötig. Da tut es dann auch mal ein Halstuch. Schleifst du aber regelmäßig Holz, solltest du die paar Euro in eine Halbmaske mit wechselbaren Filtern investieren, denn der feine Holzstaub kann auf Dauer deine Lunge enorm schädigen. 

Die sehr günstigen Papiermasken schützen zwar auch etwas, aber wir waren davon nicht begeistert. Deshalb sind wir auf die Halbmasken umgestiegen und damit nun vollkommen zufrieden.

5. Die Holzschale finishen, ölen und wachsen


Zum Schluss die Holzschale finishen
Wenn du die Schale feingeschliffen hast, reinigst du sie wieder mit Spiritus und machst den Feinschliff, wie wir schon in unseren anderen DIY-Anleitungen ausgiebig erklärt haben.

Für die Oberflächenbehandlung der Schale verwenden wir Öl und unser selbst hergestelltes Bienenwachs. Dabei gilt die Regel, für alles was eine graue Treibholzoberfläche hat, verwenden wir Bienenwachs und für die geschliffenen "neu aussehenden Flächen" tragen wir ein Holzöl auf. So bekommt deine Holzschale den letzten Pfiff und wird so ein sehr dekoratives Deko-Objekt für dein Zuhause.

Wir hoffen, wir konnten dir wieder etwas zum Thema Holzwerken beibringen. Wie immer würden wir uns freuen, wenn ihr unsere Artikel kommentiert, unseren Blog abonniert oder uns auf Facebook unter Woodstoneart und Treibholzkunst Bodensee folgt.


Montag, 19. Februar 2018

Holz schonend und/oder schnell rissfrei trocknen


Damit sich Holz verarbeiten lässt, muss es in der Regel trocken sein. Verbaust du frisch gefälltes Holz, dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit später reißen oder sich zumindest verziehen. Im folgenden Artikel erklären wir, wann das Holz trocken genug zum Bearbeiten ist und wie du es möglichst rissfrei trocknen kannst. Wir erklären dir fünf Methoden, wie sich Baumscheiben und Schnittholz schonend oder schnell trocknen lassen.

Ab wann kann Holz verarbeitet werden

Holzlager
Holz sollte immer luftig gelagert werden

Um aus Holz schöne und dauernd rissfreie Objekte herzustellen, sollte das Holz maximal eine Holzfeuchte von 10 bis 15 Prozent haben. 

Dazu gibt es eine Faustregel, die besagt, dass das Holz circa einen Zentimeter pro Jahr von allen Seiten trocknet. Diese Formel ist aber nur ein Anhalt und kann je nach Holzart deutlich abweichen.

Allgemein lässt sich sagen, dass Hölzer mit einer geringen Rohdichte (z.B. Pappel) schneller trocknen als Hölzer mit einer hohen Dichte (z.B. Eiche).

Ausnahmen, in denen sich Holz "nass" verarbeiten lässt

Schwemmholz trocknen
Treibholz lässt sich problemlos in der Sonne trocknen

Wir persönlich kennen zwei Ausnahmen, bei denen das Holz zum Bearbeiten nicht lange trocknen muss.

Zum einen unser Lieblingswerkstoff Treibholz. Den kannst du einsammeln und sofort bearbeiten. Sollte das Holz vom Wasser noch nass sein, kannst du es direkt in der Sonne oder vor dem Ofen trocknen lassen. Das klappt aber nur bei Schwemmholz. Für normales Naturholz  wäre das tödlich, da frisch geschlagenes Holz im Gegensatz zu Schwemmholz noch voll mit Pflanzensaft ist. Und dieser muss aus dem Holz heraus, damit das Holz später nicht reißt

Die zweite Methode ist bei Drechslern sehr beliebt - das Nassdrechseln. Mit dieser Technik werden die Schalen vorgedrechselt und ein Großteil des Materials entfernt. Aber danach müssen die Rohlinge wiederum nachtrocknen und fertig bearbeitet werden. Lediglich die Trocknungszeit verkürzt sich und das Risiko, dass die Schalen Risse bekommen wird deutlich minimiert.

Das Holz zum Trocknen vorbereiten

Holz vor dem Trocknen aufschneiden

Wenn es sich irgendwie machen lässt, solltest du den gefällten Holzstamm möglichst viel Aufsägen. Aufgeschnittene Hölzer trocknen besser und schneller als ein kompletter Stamm.

Das liegt daran, dass mehr Oberfläche zum Trocknen vorhanden ist und du mit dem Aufsägen schon einen Großteil der Spannung aus dem Holz herausnimmst.



Jahresringe Holz trocknen
Liegende und stehende Jahresringe
Insofern beim Aufsägen die Optik keine große Rolle spielt, ist es immer zu empfehlen das Holz so aufzuschneiden, dass die Jahresringe stehend im Holz sind. Links im Bild siehst du, was mit stehenden und liegenden Jahresringen gemeint ist. 

Bretter mit stehenden Jahresringen werden sich deutlich weniger verziehen beim Trocknen als Bohlen mit liegender Maserung.

Zusätzlich ist es ratsam das Herz (der mittlere Teil des Stammes, wo die Jahresringe entspringen) zu entfernen oder es zumindest zerteilen. Denn in der Stammmitte herrscht die größte Spannung.

Wenn du so dein Holz aufschneidest, hast du schon mehr als die halbe Miete erreicht, damit dein Holz rissfrei trocknen kann.


Holz lufttrocknen mit Stirnholzversiegelung


Die schonendste Methode um das aufgeschnittene Holz zu trocknen ist die Lufttrocknung. Dieses Verfahren ist hunderte Jahre alt und wird nach wie vor genutzt. Dabei wird das Schnittholz möglichst so, wie der Stamm gewachsen ist gelagert. Zwischen den Bohlen werden Holzlatten eingelegt, damit die Luft das Holz umströmen kann. Als Lagerort ist ein überdachter, luftiger und schattiger Platz die erste Wahl.
Stirnholzversiegelung mit Anchorseal

Aber auch wenn der Holzlagerplatz diese Merkmale aufweist, muss das Holz entsprechend präpariert werden, um es möglichst rissfrei trocknen zu können. Fachmänner versiegeln deshalb zusätzlich die Stirnflächen der Schnittware.

Beim Trocknen von Holz verliert der Stamm an den Kopfenden immer mehr Feuchtigkeit, als an der Längsmaserung. Dadurch entstehen Spannungen im Holz und es beginnt zu reißen. Mit einer Stirnholzversiegelung wird genau das verhindert, indem das Kopfholz des Stammes luftdicht versiegelt wird.

Streiche also bevor du das Holz lagerst die Stirnseiten plus circa 5 cm des Längsholzes mit einer passenden Stirnholzversiegelung ein.

Anschließend muss das Holz aber immer noch genauso lang trocknen, wie ohne Versiegelung. Die Trocknungszeit verkürzt sich durch die Holzversiegelung nicht.

Folgende Mittel eignen sich dabei, um das Holz zu versiegeln:

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Wir persönlich nehmen für unsere Hirnholzversiegelungen Anchorseal oder Hirnholzwachs und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Leim und Lack würden wir nur empfehlen, wenn etwas Altes übrig ist, da ansonsten sich es vom Preis her nicht lohnt, die Produkte extra dafür zu kaufen.

Fazit
"Die Lufttrocknung ist die schonendste und günstigste Methode, um Bauholz zu trocknen. Aber du brauchst viel Zeit und Lagerplatz für dieses Trocknungsverfahren"


Holz mit der Mikrowelle trocknen


Es kommt leider oft vor, dass wir etwas bauen wollen und haben kein passendes trocknes Holz im Lager. In solchen Fällen benutzen wir Trocknungsverfahren, die zwar nicht so schonend, dafür aber schnell sind. Zu dieser Methode gehört das Trocknen in der Mikrowelle. Aus ökologischer Sicht können wir diese Methode aber nicht empfehlen, da recht viel Energie benötigt wird. Deshalb wenden wir diese Möglichkeit so gut wie nie an.

Wie das Trocknen in der Mikrowelle funktioniert


Das Trocknen in der Mikrowelle ist das schnellste Trocknungsverfahren, das wir kennen. Leider kommt es bei dieser Methode vor, dass Trocknungsrisse entstehen. Aber oft ist es egal, da es die Optik des Produktes nicht beeinflusst, wenn es gerissen ist. Deshalb hat dieses Verfahren durchaus seine Berechtigung.

Mikrowelle Holz
Mittels Gewicht wird die Holzfeuchte bestimmt

Folgende Materialien werden benötigt

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Schritt für Schritt das Holz trocknen


Das Holz wird in der Mikrowelle immer in kurzen Zyklen erhitzt. Danach nimmt man es heraus und lässt es abkühlen.

Wir haben für einen Zyklus 90 Sekunden bei 600 Watt erhitzen gewählt und damit gute Ergebnisse erzielt.

Zwischen den Zyklen musst du das Holz immer wieder wiegen und das Gewicht notieren. 

Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis sich das Gewicht des Holzes nicht mehr ändert. Dann kannst du dir sicher sein, dass sich kein Pflanzensaft mehr im Holzstück befindet.
Wir benötigten für eine Kantel des Trompetenbaumes circa fünf Durchgänge, die sich insgesamt auf eine Stunde Trocknungszeit verteilten.
Fazit:

 "Das Trocknen mit der Mikrowelle ist eine sehr schnelle Methode. Trocknungsrisse entstehen zwar nur vereinzelt, aber aus ökologischer Sicht ist diese Methode nur im absoluten Notfall zu empfehlen"

Holz trocknen durch Kochen im Salzwasser

Ein weiteres Trocknungsverfahren mit langer Geschichte ist das Auskochen von Holz in Salzwasser. Diese Methode wird noch heute von den nordischen Völkern angewandt, wenn sie ihre Kuksas - Tassen aus Holz - herstellen.

Dieses Verfahren trocknet das Holz nicht nur rissfrei, sondern desinfiziert das Holz und tötet alle Pilze ab. Deshalb eignet sich das Auskochen speziell für Hölzer, die später mit Lebensmittel in Kontakt kommen.

Ein Nachteil, der aber nicht unbedingt nachteilig sein muss ist, dass sich das Holz verfärben wird. Es altert praktisch durch das Wasser. Deshalb wird es in der Regel durch das Kochen etwas dunkler. Da sich das Holz aber über die Jahre sowieso verfärben wird, können wir gut damit leben.

Holz auskochen
Zu viel Salz gibt es nicht

Folgende Materialien werden benötigt


Kochsalz
Kochtopf
Wärmequelle

Schritt für Schritt das Holz kochen


Gebe dein Holz in einen Topf mit Wasser. Gebe soviel Wasser hinzu, dass ein Großteil des Holzes bedeckt ist, aber es auch nicht überkochen kann.

Anders als im Foto rechts unten geben wir in der Regel mehrere Kanteln in einen großen Topf und verschließen den Topf mit einem Deckel, während des Kochvorgangs.

Holz kochen
Holzkantel auskochen


Anschließend schütten wir circa 300 Gramm Salz zum Wasser. Ein zu viel kann es bei dieser
Methode nicht geben. Daher fügen wir dem Wasser eher großzügig Salz hinzu.

Das Holz kochen wir dann bei niedriger Temperatur circa 90 Minuten. Dabei verfärbt sich das Wasser, wie ein Tee.
Kleiner Tipp: Wenn du diese Flüssigkeit einreduzierst, kannst du diese als Färbemittel verwenden.
Nach etwa 90 Minuten kannst du das Wasser abgießen und das Holz in der Wohnung oder Werkstatt fertig trocknen lassen. Durch das Kochen wurde der ganze Pflanzensaft aus den Baumzellen geschwämmt. Jetzt befindet sich lediglich noch das Salzwasser in den Zellen. Und dieses trocknet nach ein paar Tagen komplett. So hast du bearbeitbares Holz nach sehr kurzer Zeit.
Fazit:
"Das Kochverfahren ist eine super Methode, um schnell bearbeitbares Holz zu bekommen. Das Ergebnis stimmt und die Prozedur ist durchaus zu empfehlen"  


Baumscheiben durch Wässern im Bach oder See trocknen

Holz trocknen
Holz im Wasser trocknen
Das vierte Trocknungsverfahren, das wir euch vorstellen hat ebenfalls eine lange Geschichte. Das Wässern von frisch geschlagenen Holz.

Diese Methode wenden wir gerne für Baumscheiben und größere Holzklötze an. Dabei werden die Holzstücke über ein paar Wochen in ein Gewässer gelegt. Dadurch wird wieder der Pflanzensaft aus dem Holz geschwemmt.

Du fragst dich jetzt sicher, wie dieses Prozedur früher angewendet wurde? Du weißt sicher, dass unsere Vorfahren früher das frischgeschlagene Holz mit dem Fluss zum Sägewerk gebracht haben. Und genau dort fand dieser Prozess statt.

Auch heute noch lassen viele Sägewerke die Sägestämme in einem See schwimmen. Aber im Großen und Ganzen wurde das Verfahren mit der Erfindung der Trockenkammern immer unwichtiger. Lediglich, wenn sich die Stämme nicht sofort verarbeiten lassen, kommen sie noch in das sogenannte Nasslager.

Baumscheiben und kleinere Stämme lassen sich gut im Bach trocknen



Das was früher im Großen klappte, können wir heute im Kleinen genauso gut machen, insofern du ein großes oder fließendes Gewässer vor der Haustüre hast.

Zwar funktioniert die Methode auch in einer Regentonne, jedoch musst du hier täglich das Wasser wechseln, damit es nicht umkippt und das Holzstück unbrauchbar wird.

Wenn du das Wässern von Baumscheiben umsetzen willst, benötigst du lediglich einen Korb, der von Wasser umströmt werden kann. Wir haben dafür einen Grillkorb mit Hasengitter verwendet. Aber auch eine alte Waschtrommel ist dafür gut geeignet.

Nun musst du nur noch dein Holz in den Behälter geben, diesen ins Gewässer legen und ihn an einen Baum binden, um ihn am wegschwimmen zu hindern.

Diese Vorrichtung lässt du dann zwei bis drei Wochen im Wasser. Anschließend lässt sich das Holz in der Werkstatt trocknen, wie Treibholz.

Und jetzt weißt du auch, warum Schwemmholz sich sofort verarbeiten lässt. Es ist bereits gewässertes Holz und somit in der Regel frei von Pflanzensaft.
Fazit
"Das Wässern von Holz ist eine ökologische Methode und zu empfehlen, wenn du ein passendes Gewässer zur Verfügung hast." 

Holz in Späne oder Heu trocknen

Gerade Landwirte oder Schreiner hatten früher eine weitere Methode, um Baumscheiben & Co möglichst schonend zu trocknen. Bei diesem Verfahren wird das frischgeschnittene Holz entweder in einen Spänehaufen oder ins Heu gelegt.

So wird bei diesem Verfahren die Feuchtigkeit des Holzes gleichmäßig an Späne oder Heu abgegeben. Dadurch wird eine schonende und gleichzeitig schnellere Trocknung möglich.

Und natürlich können wir als Bastler und Heimwerker dieses Trocknungsverfahren auch für unsere Zwecke nutzen. Wir brauchen dafür lediglich eine Mörtelwanne, die mit Heu oder Späne gefüllt ist. Alternativ geht auch eine große Plastiktüte. Dort können wir dann unsere Holzrohlinge zum Trocknen reinlegen.

Aber Vorsicht: Bei dieser Trocknungsmethode ist es wichtig, dass du die Rohlinge immer wieder auf Schimmel oder Stockflecken kontrollierst, da diese öfters am Holz  erscheinen können.
In diesem Fall hilft dann nur ein - zumindest kurzfristiges - Umsteigen auf die Lufttrocknungs-Methode.

Diese Prozedur wenden wiederum die Drechsler gerne an, wenn sie ihre Schalen nass gedrechselt haben. Sie verwenden die angefallene Späne gleich für die Weitertrocknung der Schalenrohlinge und bekommen so eine gleichmäßige Trocknung ohne Risse und Verzug.

Holz trocknen ist (k)eine Wissenschaft

Wie du siehst, das rissfreie Trocknen von Holz ist gar nicht so einfach. Die vorgestellten Methoden sind auch keine 100%-Garantie, dass dein Schnittholz rissfrei bleibt. Zum einen kommt es auf die Holzsorte selber an und viele andere unkontrollierbare Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle, ob dein Holz rissfrei bleibt. Es ist und bleibt einfach ein Naturprodukt und die Natur vollkommen zu kontrollieren hat noch nie geklappt.

Mobiles Sägewerk
Aufsägen einer Rüsterulme mit der Chainsawmill
Was wir aber sagen können, mit diesen Methoden erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass dein Holz rissfrei trocken kann.

Und so hoffen wir, dass wir dir wieder etwas Neues beibringen konnten. Und du ein gutes Verfahren zur Trocknung für dich gefunden hast.

Solltest du Fragen haben oder weitere Methoden kennen, wie man Holz trocknet, dann hinterlasse einfach einen Kommentar. Magst du in Zukunft keinen Artikel mehr verpassen, dann kannst du rechts in der Sidebar entweder unseren RSS-Feed abonnieren oder dich direkt im "Gadget Follower" anmelden. Dann bekommst du per Email immer Bescheid, wann ein neuer Artikel erscheint.

Und wenn du sehen willst, was wir sonst so aus Holz herstellen, dann kannst du uns auf Facebook unter Woodstoneart und
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Mittwoch, 7. Februar 2018

Basteln DIY mit Naturholz: So baust du dir selber Knöpfe aus Ästen

Naturholz ist ein Werkstoff, mit dem es sich wunderbar basteln lässt. Wir gehen immer wieder gerne in den Wald oder an einen See und sammeln dort Holz. Zu Hause in unserer Werkstatt überlegen wir dann, was wir mit unserem Fundus anfangen sollen.
So auch heute. Wir haben ein paar schöne Äste gefunden und dachten uns: "Daraus lassen sich doch bestimmt schöne Knöpfe machen." Und ja es hat geklappt, und wie wir dabei vorgegangen sind, möchten wir dir heute in unserer Bastelanleitung zeigen.



Materialien und Werkzeug für die Holzknöpfe




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Vom Ast zum Knopf Schritt für Schritt erklärt


Das Herstellen von Knöpfen aus Ästen ist keine allzu schwere Aufgabe. Deshalb eignet sich diese Anleitung auch für Anfänger, die nicht allzu viel Erfahrungen im Arbeiten mit Naturholz haben.

1. Den Ast in dünne Scheiben schneiden


Zuerst benötigen wir dünne Astscheiben. Säge dafür einfach dünne Scheiben mit einer Handsäge von den Ästen ab.
Aber Naturholz lässt sich nur gut bearbeiten, wenn es trocken ist. Nehme deshalb abgestorbene Äste, Treibholzstecken oder abgelagertes Holz für die Holzknöpfe. Oder du greifst auf gekaufte Holzscheiben zurück.

2. Die Stirnseite der Astscheiben schleifen


Im zweiten Schritt wird die Stirnseite der Astscheiben geschliffen. Das klappt am besten, wenn du die Holzscheiben kreisförmig über ein raues Schmirgelpapier schleifst. Schmirgel die Scheiben so lange, bis alle Sägespuren entfernt sind.

3. Die Astscheiben bohren


Jetzt kannst du die Löcher in die Holzknöpfe bohren. Wir haben einen 2mm-Bohrer für die Löcher genommen und finden, dass das eine gute Größe für die Knopflöcher ist. Benutze aber unbedingt einen scharfen Bohrer und bohre auf einer Holzunterlage. Ansonsten kann es passieren, dass die Löcher ausbrechen.

4. Kanten abrunden mit dem Multidremel


Damit die Astscheiben wie ein Knopf aussehen, werden die Kanten mit dem Schleifdremel gebrochen. Alternativ kannst du natürlich auch ein grobes Schleifpapier oder eine Feile für diesen Arbeitsschritt verwenden.

5. Feinschliff mit Schleifschwämmen


Mit einem Schleifschwamm kannst du gut den Feinschliff durchführen. Bevor du aber den letzten Schliff machst, reinige die Holzknöpfe vorher noch mit Spiritus. Durch die Feuchtigkeit stellt sich die Faser nochmals auf. Mit dem letzten Schliff entfernst du dann die letze Rauhigkeit und bekommst so eine saubere und glatte Oberfläche.


6. Die Holzknöpfe über Nacht im Öl baden


Jetzt sind die Knöpfe fast fertig. Gebe die geschliffenen Holzscheiben in eine Schüssel mit Öl und lasse sie über Nacht stehen. Die Knöpfe saugen sich dort mit Öl voll und sind dann später widerstandsfähiger.

7. Das Öl trocknen lassen


Nehme am nächsten Tag die Holzknöpfe aus dem Ölbad und lasse sie circa einen Tag trocknen. Danach kannst du sie entweder direkt verarbeiten, oder du tragst noch eine Bienenwachsmischung auf die Knöpfe auf. Dadurch erhalten die Knöpfe einen noch schöneren Glanz. 
In unserem Blog findest du eine gute Anleitung für eine Bienewachspolitur zum selber machen.


So das war es mit unserem Basteltipp für heute. Ich hoffe du hattest etwas Spaß und setzt unsere Idee bald um. Ansonsten würde es uns freuen, wenn wir dich bald wieder bei uns sehen dürfen. 
Solltest du Fragen oder Anregungen haben, dann hinterlasse uns einen Kommentar oder folge uns auf Fb unter Woodstoneart oder Treibholzkunst Bodensee.

Montag, 29. Januar 2018

Küchenbrett aufarbeiten - So schaut es wieder aus wie Neu

Ein Schneidebrett wird in der Küche stark beansprucht. Da ist es normal, dass es nach einer Zeit voll mit Kratzern, Dellen oder Flecken ist. Aber das ist gar nicht weiter schlimm. Denn ein Küchenbrett aus Holz, lässt sich leicht aufarbeiten. Und wie das funktioniert, zeige ich dir in dieser Anleitung.


Schneidbretter aus Holz das Beste für die Küche


Kopfholzbrett
Hirnholzbrett mit handgemachten Messer
Damit du ein Küchenbrett wieder renovieren kannst, muss das Brett aus Holz sein. Kunststoffbretter
oder Bretter aus Glas kannst du nur noch entsorgen, falls sie mal nicht mehr schön aussehen.

Leider sind noch viele Menschen der Meinung, dass Holzbretter ungesund beziehungsweise ungeeignet für die Küche sind.

Aber das ist schlichtweg falsch, darum will ich kurz erläutern, welche Vorteile Schneidebretter aus Holz haben.

Küchenbretter von Woodstoneart kaufen
Schneidbretter von Treibholz Kunst kaufen

Holz in fast allen Punkten der Konkurrenz überlegen


Das Material Holz ist perfekt für Schneidbretter geeignet. Folgende Vorteile hat Holz gegenüber anderen Materialien.

Hackbrett aus geflammter Eiche mit Damastmesser
  • Holz ist ein natürlicher und nachwachsender Werkstoff
  • Bestimmte Hölzer (z.B. Kiefer) wirken antibakteriell
  • Holz hat eine schöne und warme Oberfläche
  • Kleine Schneidfugen schließen sich von selbst
  • Holz schont deine Messer
  • Küchenbretter aus Holz sind langlebig
  • Holzbretter werden seit Hunderten Jahren in der Küche genutzt

Fairerweise müssen wir uns aber auch die Nachteile von Holzbrettern etwas genauer anschauen

  • Holzbretter dürfen nicht in die Spülmaschine
  • Holzbretter können sich bei unsachgemäßer Lagerung verziehen
  • Holzbretter benötigen mehr Pflege
  • Holzbretter können sich durch Lebensmittel (z.B. Rote Beete) verfärben

Holzbretter werden in der Küche stark beansprucht


Stark abgenutztes Schneidebrett
Wir kennen es alle, irgendwann sieht ein Schneidebrett nur noch abgenutzt aus, wie auf dem linken Bild.
Aber dieses Problem haben Kunststoffbretter ebenso, lediglich Glas oder Steinbretter bleiben von unschönen Kratzern verschont. Dafür leiden aber die Messer bei diesem Materialien, da sie viel schneller stumpf werden.


Was also machen, wenn das Brett so unschön aussieht? Wegwerfen, Kratzer akzeptieren? Nein, mit ein wenig Zeitaufwand und dem richtigen Werkzeug wird dein Schneidebrett wieder wie neu aussehen.

Ein Schneidebrett fachmännisch restaurieren funktioniert so


Diese Anleitung bezieht sich auf die Beseitigung von Kratzern im Schneidebrett. Sollte dein Küchenbrett stark verzogen sein und wackeln, dann empfehle ich dir es zu einem Handwerker (z.B. Schreiner) mit einer Abrichtbank zu bringen. Der kann dir das Brett kostengünstig wieder gerade machen. 

Kratzer, Flecken und Verfärbungen lassen sich hingegen leicht selber entfernen. 

Folgende Werkzeuge benötigst du dafür:

Schleifmaschine
Benötigtes Werkzeug

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Küchenbrett abschleifen
Schneidbrett abschleifen
Als Erstes schleifst du das Schneidebrett mit dem gröbsten Schleifpapier so lange, bis alle Kratzer, Verfärbungen und Dellen aus dem Holz entfernt sind. Es ist wichtig, dass du wirklich so lange schleifst, bis du keine Kratzer mehr im Holz siehst oder spürst.

Zwischendurch kannst du immer wieder den Schleifstaub wegblasen, dann siehst du die Kratzer besser.

Sind alle Kratzer beseitigt, dann kannst du mit der nächst feineren Körnung beginnen zu schleifen. Schleife wiederum so lange, bis alle Schleifspuren der vorigen Körnung beseitigt sind.
Diese Arbeitsschritte wiederholst du,
Küchenbrett reinigen
Küchenbrett mit Spiritus säubern
bis du bei der vorletzen Körnung (ca. K240) angekommen bist.

Im nächsten Arbeitsschritt wird das Schneidebrett gründlich mit Spiritus abgerieben. Das hat zwei Gründe.

Zum einen stellt sich die plattgedrückte Holzfaser nochmals auf und zum anderen wird das Brett gereinigt und desinfiziert.
Wenn der Spiritus verdampft ist, schleifst du das Brett nochmals mit der feinsten Körnung (K400) und ölst danach das Brett mit Erdnussöl ein.

Richtige Pflege bedeutet lange Freude am Schneidbrett

Das Brett strahlt nun wieder im neuen Glanz. Damit ein Holzbrett aber lange schön und ganz bleibt, solltest du das Küchenbrett folgendermaßen behandeln.
  • Brett nur mit der Hand abspülen
  • Nach dem Spülen das Brett hochkant lagern.
  • Möglichst keine Sägemesser benutzen
  • Einmal im Monat das Brett ölen
  • Nicht in Staunässe stehen lassen
Wenn du diese Pflegetipps befolgst, wirst du lange Freude an deinem Schneidbrett haben. So das war es zum Thema Schneid- und Küchenbretter. Solltest du noch Fragen haben, kannst du gerne den Artikel kommentieren, oder uns über unsere Fb-Seiten Woodstoneart und Treibholz Bodensee kontaktieren.

Sonntag, 14. Januar 2018

Holz altern lassen - Mit diesen Tricks funktioniert es

Altes Holz, Treibholz und Paletten erhalten immer mehr Einzug in unsere Wohnungen. Da es aber gar nicht so viel Altholz gibt, wie oft gebraucht wird, ist es auf dem Markt sehr knapp. Aber das macht nichts, denn mit bestimmten Techniken lasst sich neues Holz optisch zum Altholz machen. Und wie das geht, wollen wir dir in diesem Artikel zeigen.


Holz mit mechanischer Bearbeitung altern


Wenn du Holz altern lassen willst, dann steht die mechanische Bearbeitung am Anfang. Aber vorsichtig, es ist nicht immer ratsam alle mechanische Varianten gleichzeitig anzuwenden. Überlege dir deshalb am Anfang, welches Altholz du imitieren willst.

Eine sonnenverbrannte Diele eines Stadels zum Beispiel wird klare Kanten und wenig Holzverletzungen haben. Ein handgehauener Balken hingegen wird viele Spuren von der Bearbeitung haben. Und ein Treibholz wird von Steinen, Wasser und der Witterung extrem bearbeitet sein.

Im Prinzip lassen sich aber alle diese natürlichen Abnutzungen mit den richtigen Werkzeugen künstlich erzeugen.

Dazu benötigst du folgende Werkzeuge und Hilfsmittel:

Holz bürsten
Verschiedene Bürsten für Hand oder Bohrmaschine
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So bearbeitest du die Holzoberfläche mechanisch


Es gibt drei Verfahren mit denen du das Holz mechanisch altern kannst. Mit Bürsten kannst du die Oberfläche bearbeiten, mit Schleifen lassen sich Kanten runden und mit Hammer, Kette und Steine werden punktuelle Beschädigungen erzeugt.

Das Holz mit Bürsten bearbeiten

Altholzregal
Gebürstete Holzoberfläche
Mit Bürsten - egal ob per Hand oder mit der Bohrmaschine - lässt sich die Holzoberfläche gut verändern.
Bürste solange in Maserrichtung über das Holz, bis schöne Rillen im Holz entstehen. Diese Rillen werden dadurch erzeugt, dass die weichen Teile aus dem Holz entfernt werden.
In der Natur macht diese Aufgabe die Witterung. So bekommt die Oberfläche ein Relief, wie es bei verwitterten Brettern üblich ist.

Oberflächen und Kanten schleifen

In der Natur wird Altholz von Wasser geschliffen. Das kann Regen, ein Fluss oder ein See sein. Schleife deshalb die Oberfläche deines Brettes ebenfalls glatt, aber nur soviel, dass die Struktur vom Bürsten immer noch spürbar bleibt. Möchtest du bei deinem Holz einen Schwemmholz-Charakter haben, dann runde noch alle Kanten stark ab. Nimm dafür entweder eine Schleifmaschine oder Feilen und Raspeln.

Gezielte mechanische Schläge setzen

Treibholz oder handbehauenes Holz hat in seiner Struktur viele Beschädigungen durch Steine oder Werkzeuge erlitten. Wenn du diese Optik imitieren möchtest, kannst du dies mit einer Kette oder einen Hammer machen. Schlage damit gezielt auf die Holzoberfläche ein.

Damit die "Macken" dann natürlich wirken, legst du das Brett auf Schrauben, Steine und/oder Kies und steigst und hüpfst auf dem Holz herum. So erhältst du dann eine ungleichmäßige und somit natürlich beschädigte Holzoberfläche.

Holz durch abflammen altern lassen


Küchenbrett
Geflammte und geölte Eiche
Holz abzuflammen ist keine neue Technik. Gerade in Japan werden seit Jahrhunderten Holzfassaden geflammt. In erster Linie wird dies nicht aus optischen Gründen, sondern aus bautechnischen Gründen angewendet. Denn das Holz ist nachdem Abflammen witterungsbeständiger und besser geschützt gegen Insektenbefall.

In Japan hat diese Technik auch einen eigenen Namen - Yakisugi. Dieser Name bedeutet in etwa gegrillte (Yaki) Zeder (Sugi).
Und auch wenn die Optik in erster Linie eine untergeordnete Rolle bei dieser Technik spielt, können wir diese Technik perfekt für unser Projekt "Holz altern lassen" benutzen. Denn gezielt abgeflammtes Holz, passt wunderbar zum Altholz-Charakter.

Holz abflammen - so wird es gemacht


Holz abflammen ist keine schwere und gefährliche Arbeit, wenn das richtige Werkzeug genutzt wird und die nötigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Lötkoffer
Lötkoffer mit verschiedenen Aufsätzen
Folgendes Werkzeug wird benötigt

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Sicherheitsvorkehrungen beim Abflammen von Holz


Das Holz und Feuer mit Vorsicht zu genießen ist, dürfte jedem bekannt sein. Sorge deshalb dafür, dass du Löschwasser - oder besser einen Feuerlöscher griffbereit hast. Zudem rate ich dir dringlichst das Abflammen im Freien fernab von brennbaren Stoffen zu bewerkstelligen.

Normal fängt das Holz beim Abflammen nicht sofort zum Brennen an, sondern wird nur oberflächlich schwarz. Aber ab und zu glüht es an einer Stelle etwas länger. Dafür ist dann das Wasser zum Löschen geeignet. Denn wir wollen das Holz ja nicht zur Kohle verarbeiten.

Größere Gefahren entstehen beim Holz mit dem Feuer normal nicht. Anders sieht es mit Gasflasche und Lötlampe aus.
  • Versichere dich, dass nirgends an den Geräten Gas ausströmt, wo es nicht soll 
  • Benutze das Abflammgerät nur in Verbindung mit Druckregler und Rückschlagventil (ist normal ein Bauteil)
  • Kontrolliere den Schlauch auf Bruch und Sprödigkeit und tausche bei ihn bei Bedarf aus
  • Kontrolliere, dass alle Verschraubungen angezogen sind


Das Holz kontrolliert verkohlen und auf alt trimmen


  1. Zünde den Brenner an und flamme das Holz ab, bis es überall schwarz ist.
  2. Bürste anschließend das verkohlte Holz mit der Messingbürste ab. Du wirst sehen, dass sich die weichen Holzfaser entfernen lassen. So bekommst du die typische Struktur von Altholz.
  3. Zwischendurch reinigst du das Holz immer wieder mit Spiritus und/oder Wasser.
  4. Danach kannst du das Holz noch mit dem Schlefschwamm fein schleifen.
  5. Die Schritte zwei bis vier werden so oft wiederholt, bis du das gewünschte Ergebnis erreicht hast.
  6. Wenn du das Holz nicht mehr weiter mit Beizen bearbeiten willst, kannst du auch gleich Erdnussöl oder ein anderes Holzöl ins Holz einmassieren.
Ich persönlich verwende diese Methode gerne für Hölzer, die mit Lebensmittel in Kontakt kommen. Es schaut gut aus, ist absolut ungiftig. Und im Gegensatz zu Beizen ist die Oberfläche farbecht und nutzt sich bei Belastung weniger ab.

Holz durch Beizen altern lassen

Treibholzregal
Altholzregal mit Beize

Eine gute Möglichkeit um frisches Holz altern zu lassen ist die Verwendung von Beize. Um gute Ergebnisse zu erzielen, darfst du nicht nur eine Beize verwenden, denn Altholz hat nie eine gleichmäßige Farbe. Für einen perfekten alten Look benötigst du verschiedene Braun-, Schwarz- und Grautöne.

Welche Arten von Beizen eignen sich für Altholz


Das Beizen von Holz lässt sich grob in zwei Kategorien einteilen. Du kannst Beizen fertig im Farbhandel kaufen, entweder als Pulver oder in bereits angemischten Behältern. Vorteil dieser Beizen ist, dass du eine sehr große Farbauswahl hast. Da wir für Altholz aber nur Braun, Grau und Schwarz benötigen, ist die Auswahl aber überschaubar.


Altholz Beizen
Kaffee-, Essig/Eisen- und Pulverbeize
Die zweite Kategorie sind Beizen, die sich aus pflanzlichen oder alltagstauglichen Zutaten herstellen. Dazu gehören viele Lebensmittel, wie Rote Beete, Blaukraut oder Kaffee. Auch aus Kastanien, Walnussschalen und Essig lassen sich gute Beizen herstellen.

Für den Altholzcharakter reichen mir eine Kaffeebeize und eine Essig/Eisen-Beize aber völlig aus. Während die Kaffeebeize nichts anders ist, als Kaffeepulver mit Wasser, ist die Hertellung der Eisen/Essig-Beize mit etwas Aufwand verbunden.
Essig/Stahlwolle Beize

So stellst du dir eine Essig/Eisen-Beize selber her


Folgende Zutaten benötigst du für die Beize

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Um die Essig-Stahlwolle Beize herzustellen, gibst du ein kleines Stück von der Stahlwolle in ein Glas und gießt soviel von dem Essig dazu, bis die Stahlwolle gut bedeckt ist.

Anschließend lässt du das Glas mindestens eine Nacht lang stehen. Die Stahlwolle wird sich mit der Zeit im Essig auflösen und wandelt sich in eine Beize um.

Verschiedene Ergebnisse je nach Holzart


Fichte, Esche, Robinie und Eiche gebeizt (v.o.)
Die angemischten Beizen trägst du am besten mit einem Pinsel auf das Holz auf. Aber vorsichtig die Beizen reagieren mit den verschiedenen Hölzern völlig unterschiedlich.

Rechts im Bild (aufs Bild für Großansicht klicken) habe ich eine Versuchsreihe gestartet, um dir zu zeigen, wie die unterschiedlichen Beizen wirken.

Die Hölzer sind von oben Fichte, Esche, Robinie und Eiche. Die Hölzer wurden in vier Segmente aufgeteilt.

Ganz links wurde die Essig-Stahlwolle-Beize angewendet. Danach folgen eine dunkelgraue Pulverbeize, eine hellgraue Pulverbeize und zu guter Letzt eine Kaffeebeize. An der Stelle, an der die Schrift ist, ist das jeweilige Holz unbehandelt.

Die richtige Beize auswählen


Essig-Stahlwolle-Beize

Die Essig-Stahlwolle Beize reagiert sehr stark mit Gerbsäure in den Hölzern. Prinzipiell hat zwar jedes Holz Gerbsäure, aber für die Reaktion spielt die Menge eine Rolle. Deshalb wird die Beize bei Hölzern mit viel Gerbsäure, wie Eiche, Robinie oder Nussbaum, nahezu schwarz.

Bei Hölzern mit weniger Gerbsäure, wie viele Nadelhölzer oder Esche, wird die Beize eher grau, was wir ja erreichen wollen.

Ist dir das Grau zu hell, kannst du probieren noch Gerbsäure vor dem Beizen dem Holz hinzu zugeben. Das funktioniert mit schwarzen Tee, denn dieser enthält auch Gerbsäure.

Fazit: Essig-Stahlwolle schafft einen Altholz-Look bei Hölzern mit wenig Gerbsäure

Pulver- und Fertigbeizen 

Pulverbeize
Pulverbeizen werden mit Wasser oder Spiritus angemischt
Bei Pulver- oder Fertigbeizen spielt die Gerbsäure hingegen kaum eine Rolle. Hier ist eher ein
Ausprobieren angesagt, da das Endergebnis stark von der Grundfarbe des Holzes abhängt. Bei hellen Hölzern wird eher eine wässerige Lösung benötigt, während bei dunklen Holz die Mischung kräftiger sein muss.

Gute Beizen für Altholzcharakter

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Zusätzlich kannst du das Holz vor dem Auftragen noch Wässern. Dadurch wird das Farbbild gleichmäßiger.

Fazit: Bei Pulver- und Fertigbeizen geht probieren an einem Abfallstück über studieren

Beizen aus natürlichen Stoffen

Zu den natürlichen Beizen lässt sich prinzipiell sagen, dass sie auf hellen Nadel- und Laubhölzer die schönsten Ergebnisse ergeben. Da erhältst du ein gräulich braunes Altholzmuster. Aber auch hier gilt, wie bei den Fertigbeizen, probiere es vorher an einem Reststück aus.

Wie du einen perfekten Altholzlook bekommst

Altholz Tisch
Altholz Tisch gefertigt von Woodstoneart

Wie du wahrscheinlich gemerkt hast, hat das Altern von Holz viel mit Probieren zu tun. Deshalb versuche dich an Reststücken und traue dich die verschiedenen Techniken zu vermischen. Behandel dein Holzstück mechanisch, mit Beizen und Feuer. Und du wirst sehen, du kommst schnell zu guten Ergebnissen.
Und das wichtigste ist, es gibt keine allgemeine "Altholzfarbe" jedes Stück Holz altert anders. Deshalb ist es auch bei der künstlichen Methode nicht schlimm, wenn dein Altholz anders aussieht als du es dir ausgedacht hast.

Das war es zum Thema Altholz, solltest du noch Fragen haben, kannst du gerne den Artikel kommentieren oder uns eine Nachricht schicken. Und wenn du sehen willst, was wir sonst so aus Holz herstellen, dann kannst du uns auf Facebook abonnieren. Facebook Woodstoneart und
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